P28 Passivwohnhausanlage

Mehrgenerationenwohnen barrierefrei

Standort

Ansbach

Auftraggeber

Joseph-Stiftung Ansbach

Wettbewerb

2009 e%Energieeffizienter Wohnungsbau

Beschreibung

STÄDTEBAUKONZEPT

Die vier Mehrfamilienhäuser mit drei Vollgeschossen orientieren sich an den Gebäudehöhen und der städtebaulichen Ausrichtung der nachbarschaftlichen Wohnbebauung. Das im Nordosten des Baugrundstücks um ein Staffelgeschoss höhere Wohnhaus stellt einen Ankerpunkt als bauliches Gegengewicht zur großen Dominanz der öffentlichen Nutzung dar. Die Gebäude weisen unterschiedliche Längen auf, um die Zugangssituation vom öffentlichen Bereich zum halb-öffentlich Bereich zu definieren und eine geschützte Hofsituationen zu schaffen.

Die Quartiersstation öffnet sich mit einem kleinen Vorplatz zum Straßenraum des Wohngebietes und wird zum Anlaufpunkt für Besucher. Der in Richtung Breitstrasse angegliederte Gemeinschaftsraum beschränkt die Sicht zum Hof und wirkt als Torsituation zwischen öffentlichem und halb-öffentlichem Raum. Der in südlicher Richtung laufende Behaimweg wird als Nebenstraße verkehrsberuhigt und für alle angrenzenden Bewohner als Spielstraße aufgewertet.

GEBÄUDEKONZEPT

Die geplante Wohnbebauung trägt einem ganzheitlichen Ansatz des gemeinschaftlichen Wohnens in allen Lebenslagen Rechnung, die Laubengangerschließung ermöglicht und fördert Begegnung und Kommunikation. Der Laubengang ist in dieser Hinsicht aber nicht nur kommunikative Erschließungszone, sondern bietet durch ein besonderes Platzangebot im Vorbereich der Wohnungseingänge ganz bewusst die Möglichkeit, diesen Teil des Wohngebäudes persönlich zu gestalten und den privaten Wirkungsbereich zu vergrößern. Zwischen den in Holzbauweise ausgeführten Kellerersatzräumen entstehen halb-private Außenbereiche, die zum Hauskontakt, nicht nur mit den direkten Wohnungsnachbarn, einladen. Die vier baugleich strukturierten Gebäude mit durchmischten Wohnungstypen werden durch die günstigste aller Erschließungsmöglichkeiten nicht zu anonymen Wohnburgen, sondern zu „allseitigen“ Lebens-, Wohn- und Außenräumen, die nicht mehr zwischen Vorder- und Rückseite unterscheiden. Der Laubengang in dieser Form bietet als Kommunikationsplattform des nachbarschaftlichen Kontaktes beste Voraussetzungen, um soziale Hausgemeinschaften zu fördern. Komplett rollstuhlgerecht und schwellenlos, unterstützt er die Bewegungsfreiheit aller Bewohner. Alle Wohnungen entsprechen mit ihren Zugängen der DIN 18025.

Durch die Orientierung aller Wohnräume der Wohnanlage mit insgesamt 39 Wohnungen nach Süd-Osten und der Funktionsräume nach Nord-Westen zum Laubengang hin, ist eine private Rückzugsmöglichkeit der einzelnen Bewohner gegeben. Sämtliche Räume sind natürlich belichtet und belüftbar.

ENERGIEEFFIZIENZ

Das Energiekonzept basiert auf Minimierung des Bedarfs von Heizenergie und der einfachen Systemintegration von regenerativen Ressourcen. Eine optimierte bauphysikalische Konstruktion und der Einsatz regenerativer Energien mit Blick auf die knapper werdenden Rohstoffe, die dauerhafte Umweltverträglichkeit und die damit verbundenen niedrigen Unterhaltskosten werden integraler Bestandteil der Gebäude.

Die Energiebereitstellung für Heizung und Warmwasser erfolgt in diesem Sinne vorwiegend durch saubere Sonnenenergie. Im Sommer und in den Übergangszeiten wird die Wärme mittels einer thermischen Solaranlage (660m²) erzeugt und in einem Langzeitspeicher (2680m³) gespeichert.

Sämtliche Wohnungen erhalten eine wohnungszentrale, kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung (WRG) von 85%.

Eine Photovoltaikanlage (132qm) versorgt die Wohnanlage mit ökologischem Strom. Dieser wird für die Haustechnik wie Pumpen und Frostwächter etc. zu Verfügung gestellt. Überschüsse werden in das örtliche Stromnetz eingespeist.

Ziel des gesamten Energiekonzeptes ist es, durch optimierte Baukonstruktion, einfache Technik und Steuerung den Primärenergiebedarf zu minimieren, um somit eine hohe Akzeptanz der Nutzer zu erreichen.

Technische Daten

Wohneinheiten 41
Wohnfläche 2.950 m²
BRI 2.730 m³
Heizwärmebedarf qh 14,30 KWh/m²a
Endenergiebedarf qE 19,50 KWh/m²a
Jahres-Primärenergiebedarf qP 9,05 KWh/m²a
Transmissionswärmeverlust HT 0,21 W/m²K